Zukunft

Zur Zukunft des Segelsports in der Elbestadt Geesthacht

Schon im Jahr 2011 war es die SVG, welche frühzeitig aufgrund der ge- planten Entstehung der Hafencity  Geesthacht  das  Gespräch  mit  der  Stadt  suchte,  da  nach  60  Jahren  am  jetzigen Standort die weitere Zukunft des Vereins mit seinen fast 200 Mitgliedern geklärt werden musste.
Einigkeit bestand zwischen Vorstand und seinen Mitgliedern von Anfang an, dass die SVG an der  Elbe  bleiben  muss,  um  auch  weiterhin Heimat-hafen,  Treffpunkt,  Trainings-und Ausbildungsstätte, Festsaal und Versammlungsort für junge und alte Mitglieder und Anlaufpunkt für  Wassersportgäste  und  „Seh“-leute  zu  sein.  Ein  Teil  der  Zukunft  Hafencity  zu  sein, elektrisierte.
 
Mit  eigenen  konkreten  Vorschlägen  fand  der  Vorstand  auch  sogleich  ein  offenes  Ohr.  Der Bürgermeister  Herr  Schulze  und  Bauamtsleiter  Herr  Junge,  aber  auch  die Stadtplanungskommission  waren  beeindruckt  von  den  detaillierten  Ideen  und  Planungen, welche  durch  den  Vorstand  vorgelegt  wurden.  Ehrgeizig  gewiss,  für  einige  fast  ein  wenig hochtrabend,  aber  doch  eine  erste  Zukunftsvision  einer  echten  „Hafencity“  und  die  SVG  als Mitgestalter.
 
So  war  es  auch  der  Bürgermeister,  welcher  im  Februar  2018  die  Vorwerker  Diakonie  als künftigen  Investor  und  die  SVG  zusammen-brachte.  Die  Vorwerker  Diakonie  will  ein Seniorenheim  errichten  und  wünscht  sich  einen  lebendigen  Segelverein  zur  Aufwertung  und
Attraktivitätssteigerung im näheren Umfeld und ist offen für eine enge bauliche Kooperation. Ein erster Entwurf für ein durch die Diakonie auf deren Grundstück zu errichtendes Seglerheim mit der zwingend notwendigen Bootshalle wurde der SVG im Oktober 2018 vorgestellt.
 
Im Februar 2019 fand ein weiteres Treffen mit dem von der Diakonie beauftragten Architekten, bei dem die örtlichen Gegebenheiten, stadt-planerischen und hochwassertechnischen Vorgaben und  die  Mindest-bedürfnisse  der  SVG  noch  einmal  im  Detail  besprochen  wurden.  Daraufhin sollte  der  Entwurf  konkretisiert  und  deren  Baukosten  und  Realisierbarkeit  durch  eine Vermietung oder Verkauf an die SVG geprüft werden.
So ging man auseinander. 
 
Ein zähes Warten über die Sommermonate begann. Die Mitglieder lagen dem Vorstand in den Ohren.  Wann  kommt  der  Entwurf?  Was  wird  das  Ganze  kosten?  Bangen  um  die  weitere Existenz,  da  die  Kündigungen  der  Grundstücks-  und  Wasserflächenmietverträge  durch  die Stadt  bereits  da  waren,  inklusive  „besenreiner“  Übergabe,  d.h.  Abriss  unseres  vertrauten Clubhauses  und  der Halle mit unseren mühsam  durch Mitgliedsbeiträge zusammengesparten Rücklagen. Die weiterhin ungeklärte Winterlagerfrage, all das zerrte an den Nerven. 
 
Der Vorstand entwickelte zwischenzeitlich zusammen mit fachkundigen Mitgliedern die Idee, am vorgesehenen Standort auf einem direkt von der Stadt mittels Erbpacht gemieteten Grundstück unser  Vereinsheim  als  eine  moderne,  architektonisch  ansprechende  zweigeschossige Hallen-konstruktion  in  Holzständerbauweise  mit  attraktiver  Fassade,  welche  sich,  obgleich abweichend von der durch die Diakonie gewünschten Massivbauweise, zugleich harmonisch im Stilbruch in das Gesamtbild der Hafencity einfügt. Und  das  zu  weit  geringeren  Kosten.  Zumal  die  untere  Ebene  im  Wesentlichen  als Bootslagerhalle und Werkstatt für die Jugend-  und Trainerschlauchboote dient und bei einem Jahrhundert-hochwasser zügig geräumt und gefahrlos geflutet werden kann. 
 
Die Idee? Gewinner auf allen Seiten. Die SVG behält ihre Heimat zu finanzierbaren Kosten und eigentumsähnlichen  Rechten,  die  Hafencity  gewinnt  an  Attraktivität,  die  Diakonie  bekommt ihren  Wunsch-nachbarn,  die  Stadt  erhält  kostenlos  den  lange  geforderten  Hafen  für
Wassersportgäste  und  einen  Tourismusmagneten  per  excellence,  um  den  sie  nicht  selbst kümmern muss und sie nichts kostet, aber trotzdem von ihr auch finanziell profitiert, und das schon seit Jahrzehnten.
 
Im  Herbst  stand  auf  Einladung  des  Vorstandes  nach  wochenlanger  Terminsuche  endlich  ein Sachstandsgespräch  mit  der  Stadt  und  der  Diakonie  an.  Der  lang  ersehnte  überarbeitete Entwurf  des  Architekten  wurde  nicht  mitgebracht.  Stattdessen  wurden  die  vom  Vertreter  der
Diakonie über den Daumen geschätzten Baukosten für das massive Prunkstück mit ca. 1,2 Mio EUR veranschlagt und die Frage der Finanzier- und damit Machbarkeit nur noch theoretischer Natur.  Dies  hatte  man  in  einem  offenbar  unmittelbar  vorangegangenen  Gespräch  schon be- fürchtet. 
 
Der  daraufhin  aufwendig  präsentierte  Vorschlag  der  SVG  erntete  beim  Bürgermeister, Bauamtsleiter und Herr Mente von der Diakonie nur ein bestenfalls abweisendes Lächeln: zu billig,  nicht  schick  genug,  einfach  unzumutbar.  Und  das  eigene  Grundstück  auf  Erbpacht, zwingend  für  Beantragung  externer  Fördermittel?  An  diesem  Abend  stand  alles  in  Frage, obwohl dem Vorstand zu diversen Gelegenheiten anderes signalisiert wurde. Fast wäre es zum Eklat  gekommen.  Wie  soll  das  noch  alles zusammengehen?  Es  wird  noch  einmal  durch  die Beteiligten deutlich kleiner geplant und spitzer gerechnet und man meldet sich. War 2019 ein
verlorenes Jahr?
 
Im  Dezember  2019  hat  die  SVG  einen  eigenen  Standortbeauftragten  berufen.  Ein wiedergewonnenes Vereinsmitglied, ausgewiesener Experte in Projektfinanzierungen und dem Aufspüren  und Anzapfen  von Fördermitteln im Dschungel der Fördertöpfe soll  zusammen mit unserem  Architekten  und  dem  Architekten  der  Diakonie cooperations-möglichkeiten  räumlich und rechtlich ausloten, um das Gesamtprojekt zu retten. 
 
Anfang Januar diesen Jahres kam von der Diakonie die Absage zu den zumindest theoretisch realisierbaren Kooperationsmöglichkeiten, welche von den Beauftragten erarbeitet wurden. 
 
Quo vadis SVG? Statt Gewinner auf allen Seiten, nur Verlierer, Verzweifelte und Traurige?  Und sollten die ungezählten Stunden ehrenamtliches Engagement umsonst gewesen sein?
War die wunderbare 60 Jahre Jubiläumsfeier im Sommer bereits der Leichenschmaus?
 
Der  Vorstand  hat  die  Hoffnung  noch  nicht  aufgegeben.  Geesthacht  als  Elbestadt  und  ihren historischen Wurzeln in der Schiffart muss nicht nur am Wasser sondern auch auf dem Wasser bleiben.
 
Warum  sollte  es  nicht  möglich  sein,  von  der  Stadt  ein  Grundstück  von  ca.  350m²  auf Erbpachtbasis  zu  erwerben  oder  noch  besser  angesichts  der  historisch  niedrigen  Zinsen  zu kaufen?  Die  Voraussetzungen  für  die  Beantragung  von  Fördermitteln  ließen  sich  dann problemlos erfüllen. Aber die Zeit läuft ab!
 
Warum  kann  die  Idee  einer  der  geplanten  Nutzung  angemessenen,  den  örtlichen Gegebenheiten  im  Hochwassergebiet  optimal  angepassten  und  zudem  preisgünstigen  und zugleich attraktiven Hallenkonstruktion nicht weitergedacht werden?

Wir sind überzeugt,  dass  mit mutigen  Entscheidungen,  kreativen Ideen und  Vertrauen  in  den guten Willen der Beteiligten die Vision einer lebendigen „Hafencity“ mit der SVG noch gelingen kann!
 
Der Vorstand